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Hohenloher Weinbau Knowhow für Indien und Australien

Im Weingut Karl Busch lernen eine Chinesin aus Australien und ein Inder als Praktikanten Ernteverfahren und Kellerwirtschaft

Mit einem großen Metallstempel bearbeiten Han Gao und Pravin Shinde gemeinsam die Maische im großen Edelstahltank im Kellereigebäude des Weinguts Karl Busch in Bretzfeld- Dimbach. „Etwas mehr in der Mitte Pravin“, gibt Weingutchef Markus Busch seinen beiden Weinbaupraktikanten Anweisungen. „Sie machen alle Arbeiten im Keller mit, filtrieren, stoppen ab, füllen um“, erzählt Weinbautechniker Busch. „Ich lerne hier sehr viel“, sagt Han Gao. Die chinesische Weinbau-Ingenieurin hat an der Wein-Universität im australischen Adelaide studiert und ihren Ingenieur gemacht. Danach hat Sie im australischen Weingut Bay of Fires Winery gearbeitet. Nun ist die 30-Jährige auf einer Globetrotter-Tour in verschiedene Weingüter rund um die Welt, um ihr „Winemaker“-Wissen zu internationalisieren. „Wir haben den ersten Kontakt über das Internet bekommen, sie ist auf unsere Web-Seite gestoßen und hat dann per E-Mail angefragt“, berichtet Markus Busch. Auch er profitiere von den internationalen Praktikanten, könne sein Englisch auf Vordermann bringen.  Rechtzeitig zur Weinlese traf Han Gao mit dem Zug in Öhringen ein, um im Anschluss die Ausbaumethoden der Hohenloher Weine im Keller des Dimbacher Weinguts kennen zu lernen. Was ihr besonders gefällt: „Markus nimmt mich mit in andere Betriebe wie die Sektkellerei Stengel, auf Messen, Wein-Veranstaltungen und in die Weinbauschule Weinsberg“. Der deutsche Weinbau sei, bedingt durch die klimatischen Verhältnisse, sehr verschieden von den australischen Methoden. Ihr deutscher Lieblingswein ist ein Riesling. Sie mag aber auch Chardonnay und Sauvignon blanc. „Ich möchte, dass die Praktikanten sich bei uns ein breites Wissen aneignen und viele Dinge wie Maschinen und Kellertechnik kennenlernen“, sagt Busch. Han sei „sehr fit“ und interessiert. Inzwischen ist Han Gao weitergezogen in ein kleines Weingut nach Frankreich, wo ihr französischer Freund einen Job gefunden hat. Pravin Shinde aus der indischen „Kleinstadt“ Nasik (Drei Millionen Einwohner) arbeitet bereits zum zweiten Mal für ein halbes Jahr als Praktikant für Markus Busch. Der ersten Kontakt stellte vor vier Jahren Rolf Hauser, Leiter der Weinbauschule Weinsberg her. Der 30-jährige Shinde produziert mit seiner Familie in Indien Tafel-trauben. Er hat eine private Weinbauschule in Nasik als Ingenieur abgeschlossen. Nun möchte er ein kleines Weingut gründen. Als Kellerei will er das ehemalige Dorf-Kino, das zu seinem kleinen Betrieb vor den Toren Nasiks gehört, umbauen. Für seinen zweiten Praktikumsaufenthalt in Dimbach lernt der Inder Deutsch. „Markus ist ein sehr guter Chef, der uns viel beibringt“, lobt Schinde den Weingutchef. Besonders gut hat ihm das Traktorfahren bei der Weinlese gefallen. Der Muskat-Trollinger aus dem Hause Busch ist sein deutscher Lieblingswein. „Ich mag aber auch Lemberger“, sagt der Pravin Shinde. Am 15. Dezember endet sein Praktikum bei Markus Busch. Schon jetzt freut er sich auf zuhause: Am 27. August ist sein erster Sohn geboren, den er bisher nur von Skype kennt.   Text & Foto: gud


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